Rabbi Menasseh und der mennonitische Mäzen
Ein hebräisches Widmungsgedicht Gerbrand Anslos an Menasseh ben Israel (1636)
DOI:
https://doi.org/10.82929/mgbl.v82i1.213040Abstract
Der Aufsatz stellt die außergewöhnliche Gelehrtenfreundschaft zwischen dem mennonitischen Kaufmann und Hebraisten Gerbrand Anslo und dem jüdischen Rabbiner Menasseh ben Israel im Amsterdam des 17. Jahrhunderts dar. Im Mittelpunkt steht ein hebräisches Widmungsgedicht Anslos an Menasseh, das als Symbol für die enge Zusammenarbeit und den intellektuellen Austausch zwischen christlichen und jüdischen Gelehrtenkreisen dient. Der Autor analysiert, wie Anslo als Mäzen und Förderer die hebräische und orientalische Wissenschaft unterstützte und wie Menasseh ben Israel durch seine Offenheit für den Dialog mit christlichen Nonkonformisten eine Brücke zwischen den religiösen Gemeinschaften schlug. Gleichzeitig wird betont, dass diese Annäherung keine allgemeine theologische Affinität zwischen Mennoniten und Judentum begründete, sondern eine spezifische, von einzelnen Persönlichkeiten getragene Ausnahmeerscheinung blieb.