Die bayerischen Amischen und die Meidung

Autor/innen

  • Hermann Hage

DOI:

https://doi.org/10.82929/mgbl.v81i1.193676

Abstract

Die Meidung (Bann) war bei den bayerischen Amischen ein zentrales Instrument zur Wahrung der Reinheit und Disziplin der Gemeinde. Sie diente dazu, Mitglieder, die gegen Glaubensregeln verstießen, zeitweise oder dauerhaft aus der Gemeinschaft auszuschließen. Die Meidung umfasste nicht nur den Ausschluss vom Abendmahl, sondern auch eine soziale Absonderung. Wiedereingliederung war nach öffentlicher Reue und Buße möglich. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Praxis von der jüngeren Generation zunehmend abgelehnt und verschwand nach der Fusion mit anderen Mennonitengemeinden Anfang des 20. Jahrhunderts vollständig aus der Gemeindepraxis.

Autor/innen-Biografie

Hermann Hage

Dr. Hermann Hage ist 1955 in Regensburg geboren und hat amisch-mennonitische Vorfahren. Er studierte Geschichte, Germanistik und Sozialkunde in Regensburg und Erlangen. Aus dem gymnasialen Schuldienst wechselte er an die Volkshochschule der Stadt Regensburg. 2008/09 absolvierte er ein berufsbegleitendes Promotionsstudium an der Universität Würzburg, das er mit einer Dissertation zur Geschichte der amischen Mennoniten in Bayern im 19. Jahrhundert erfolgreich abschloss. Nach Stationen als Leiter des Amtes für Weiterbildung und stellvertretender Kulturreferent war er von 2014 bis 2022 als berufsmäßiger Stadtrat und Referent für Bildung in seiner Heimatstadt tätig.

Downloads

Veröffentlicht

2026-06-27