In der Stadt und von der Stadt: Die Täufer in der Wirtschaftsgeschichte des Goldenen Zeitalters der Niederlande
Ein Gegenentwurf zum agrarisch geprägten Mennonitentum
DOI:
https://doi.org/10.82929/mgbl.v79i1.193590Abstract
Der Artikel zeigt, dass die Mennoniten in der Niederländischen Republik während des Goldenen Zeitalters von Anfang an eine städtische, wirtschaftlich aktive und sozial integrierte Minderheit bildeten. Im Gegensatz zu den ländlich orientierten Mennoniten in anderen Teilen Europas und Nordamerikas waren die niederländischen Mennoniten maßgeblich am wirtschaftlichen Aufschwung der Städte beteiligt, insbesondere in Amsterdam. Sie waren als Unternehmer, Kaufleute, Handwerker und Investoren tätig, nutzten die Chancen der expandierenden Wirtschaft und waren in das bürgerliche und soziale Leben der Stadt voll integriert. Gleichzeitig hielten sie an ihrer religiösen Identität fest. Sprunger widerlegt damit den Mythos, dass Mennonitentum grundsätzlich mit ländlicher Abgeschiedenheit verbunden sei, und zeigt, dass städtische Integration und wirtschaftlicher Erfolg ebenso Teil der mennonitischen Geschichte sind.