Bilderstürme in reformatorischen Bewegungen und im späteren Täufertum

Alte Bilder wurden zerstört, neue Vorstellungen kündigten sich an

Autor/innen

  • Hans-Jürgen Goertz

DOI:

https://doi.org/10.82929/mgbl.v77i1.193539

Abstract

Der Einführung der Reformation in Reichsstädte und Territorien liefen oft Bilderstürme in zahlreichen Kirchen voraus. Heiligenbilder und -skulpturen wurden aus ihren Verankerungen gerissen und zerstört, Kruzifixe umgerissen und verbrannt. Mit diesen Säuberungsaktionen sollte den Bildern der numinose Charakter genommen werden − ihre angeblich heilsvermittelnde Kraft. An solchen Aktionen waren auch diejenigen beteiligt, die ihren Weg ins Täufertum fanden. 

Die Bilderstürme waren kein Randphänomen oder bloße Exzesse, sondern ein zentrales Ausdrucksmittel der reformatorischen Bewegungen. Sie symbolisierten den Bruch mit der alten Kirche und deren Heilsvermittlung. Sie waren Teil eines umfassenden gesellschaftlichen, politischen und religiösen Umbruchs, der die Sakralität der alten Kirche durch eine neue Glaubenspraxis ersetzte.

Downloads

Veröffentlicht

2026-06-15