Täuferische Zweideutigkeit im Ringen um die Gerechtigkeit in der Welt
Acht Thesen
DOI:
https://doi.org/10.82929/mgbl.v76i1.149171Abstract
Der Beitrag analysiert die ambivalente Rolle der Täufer im historischen und gesellschaftlichen Kontext, insbesondere ihre Theologie, Verantwortung und Friedenszeugnis. Die Hauptthese ist, dass das täuferische Friedenszeugnis und die daraus abgeleitete Theologie historisch zu einer problematischen Zweideutigkeit geführt habe: Einerseits betonen Täufer und Mennoniten die Absonderung von der Welt und eine radikale Gewaltlosigkeit, andererseits stehen sie vor der Herausforderung, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für Gerechtigkeit einzusetzen. Diese Spannung zwischen Absonderung und Engagement hat zu einer Verengung der täuferischen Theologie geführt, die heute kritisch hinterfragt und weiterentwickelt werden muss, um sowohl dem Friedensauftrag als auch der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht zu werden.