Identitätsfortschreibung durch kollektive Traumata nach Flucht und Deportation und in postmigrantischen Gesellschaften

Ein wissenschaftlicher Werkstattbericht aus der „Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen“

Autor/innen

  • Fernando Enns
  • Heinrich Wiens
  • Julia Freund

DOI:

https://doi.org/10.82929/mgbl.v75i1.149135

Abstract

Die kollektive Identität religiöser Gruppen – insbesondere der Mennoniten – wird maßgeblich durch Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und kollektiven Traumata geprägt und fortgeschrieben. Diese Erfahrungen wirken nicht nur auf die individuelle Identität, sondern werden als „gewählte Traumata“ (chosen traumas) zu einem zentralen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses und der Selbstwahrnehmung der Gruppe. Sie beeinflussen Glauben, Ethik, Frömmigkeit und das Verhältnis zu anderen religiösen und gesellschaftlichen Gruppen bis in die Gegenwart. Die Verarbeitung und Weitergabe dieser Traumata erfolgt transgenerational und ist sowohl für die Identitätsbildung der Betroffenen als auch für die Aufnahmegesellschaften von grundlegender Bedeutung. Das Dokument stellt die Frage, wie diese kollektiven Erfahrungen in postmigrantischen Gesellschaften zu einer inklusiven, pluralen Identität beitragen können und welche Rolle Narrative, Anerkennung und Versöhnung dabei spielen.

Autor/innen-Biografien

Fernando Enns

Dr. Fernando Enns ist Professor für (Friedens-) Theologie und Ethik an der Freien Universität Amsterdam und Inhaber der Stiftungsprofessur „Theologie der Friedenskirchen“ im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg.

Heinrich Wiens

Heinrich Wiens MA, MDiv. unterrichtet Evangelische Religionslehre am August-Hermann-Francke-Gymnasium in Detmold und ist Museumspädagoge am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte. 

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Veröffentlicht

2026-06-08